Weihnachtsbotschaft 2020

Bildernachlese 2020
Bildernachlese 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

genau noch eine Woche bis Weihnachten und das Jahr 2020 neigt sich in wenigen Tagen dem Ende zu. Es wird zweifellos in die Geschichte mit vielen negativen Ereignissen eingehen. Noch nie hat es eine Pandemie gegeben, die in so kurzer Zeit die Welt überzieht und lähmt. Wir alle mussten lernen, mit diesem Virus umzugehen und noch immer sind wir Suchende was den Kampf gegen die Pandemie angeht. Sie legt sich wie Mehltau auf unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben. Das verlangt uns allen große Opfer und äußerste Disziplin ab. All das, was das Leben lebenswert macht, wird eingeschränkt oder unmöglich gemacht. Nie zuvor machten wir die Erfahrung, wie wichtig das gesellschaftliche und kulturelle Leben für uns ist. Der Radius des Individuums ist sehr eingeschränkt und uns dürstet nach Gemeinsamkeit!

Wie sehr wünschen sich die meisten von uns das alte Leben zurück. Dies zeigt gleichzeitig, welch hohes Niveau wir vorher hatten. Auf welch hohem Niveau manchmal auch geklagt wurde. Vielleicht wissen wir dies nun etwas mehr zu schätzen.

Und dennoch: wir sollten nicht ohne Hoffnung ins neue Jahr gehen. Zuversicht ist gerade zur Advents- und Weihnachtszeit besonders wichtig und für ein friedliches und gesundes Hinübergleiten ins neue Jahr. Corona hat uns getroffen, aber auch in manchem gestärkt. Besinnliches und Fröhliches wollen wir vereinen. Nachdenken über das, was war und ist und werden könnte, oder sollte. Aber auch loslassen und der Hoffnung und Zuversicht Raum geben. 

Die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen ist weit vorangeschritten und mit ersten Impfungen in Sulzfeld ist schon bald zu rechnen. Und so wünsche ich Ihnen trotz aller Widrigkeiten ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr. Lassen Sie uns gemeinsam diese Zeit durchstehen, in Achtung und Sorge füreinander!

Seit Frühjahr dieses Jahres gehen die Uhren anders. Die Pandemie, das weltweit umspannende SARS-CoV-2-Virus bestimmt den Alltag in der Wirtschaft, in der Gesellschaft, bis hinein in unsere Privathaushalte.

Durch die COVID-19 Pandemie hat sich die gesamtwirtschaftliche Lage ab dem zweiten Quartal 2020 in einem Umfang verschlechtert, wie es niemand hat vorhersehen können. Die deutsche Wirtschaft war schon vor der Corona-Krise in einer uneinheitlichen Verfassung. Bestimmte Bereiche waren weiterhin im Boom (vor allem die Bauwirtschaft). Andere Bereiche wie Maschinen- und Fahrzeugbau waren dagegen rückläufig.

Die Kommunen haben vor kurzem die sogenannte „November-Steuerschätzung“ erhalten: Nach der Prognose des „Arbeitskreises Steuerschätzungen“ werden die gesamtstaatlichen Steuereinnahmen (EU, Bund, Länder, Gemeinden) deutlich auf insgesamt 728,3 Mrd. Euro zurückgehen. Im Vergleich zur letztjährigen Herbst-Schätzung ist der Rückgang mit einem Minus in Höhe von 88 Mrd. Euro dramatisch.

Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist trotz der schweren Wirtschaftskrise im Vergleich zu anderen Ländern nicht so stark angestiegen. In den USA haben zeitweise 40 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren (umgerechnet auf die Deutsche Einwohnerzahl wären dies bei uns zehn Millionen).

Wie schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise vor mehr als zehn Jahren hat sich in Deutschland das Instrument des Kurzarbeitergeldes absolut bewährt. Teilweise haben dies sieben Millionen Menschen in Anspruch genommen.

Die Inflationsrate für Deutschland ist niedriger als die Europäische Zentralbank als Zielwert ausgegeben hat. Die Staatsverschuldung war vor der Corona-Krise unter dem Maastricht Referenzwert von 60 Prozent des Bruttosozialprodukts gesunken. Aufgrund der Situation halte ich in diesem Fall die Überschreitung dieses Wertes für absolut richtig. Aber wir müssen schon heute daran denken, neue Schulden zurückzuzahlen. Dies sind wir den jüngeren Generationen schuldig.

Angst, Verunsicherung, Panikkäufe – in den letzten acht Monaten haben wir erlebt, wie der Mensch reagiert, wenn seine Existenz, seine Gesundheit und das Wohl der Familie gefährdet sind. Der Staat und unser Gesundheitswesen haben in der Krise gezeigt, dass sie handlungsfähig sind.

Wirtschaftlich wirkt sich Corona auch auf unseren Gemeindehaushalt aus. Verwaltung und Gemeinderat haben auf die der Corona-Krise folgende Finanz- und Wirtschaftskrise reagiert und am 6. Oktober einen Nachtragshaushalt 2020 verabschiedet, der die ursprünglichen Prognosen nach „unten“ korrigiert. Positiv zu bemerken gilt es, dass nach den vielfältigen Unterstützungen der Wirtschaft auch den Kommunen rasch geholfen wurde. Ob Gebührenausfälle bei der Kinderbetreuung, ob die Beantragung von Kurzarbeitergeld bis hin zur Gewerbesteuerkompensation durch Bund und Land: 2020 kommen wir einigermaßen glimpflich durch die Krise. Besser, als noch im Oktober angenommen.

2021 wird finanziell ein sehr hartes Jahr. Ich möchte den Spannungsbogen aufzeigen: Einerseits ein Absturz bei den Einnahmen bei gleichzeitigem Anstieg der Ausgaben (zum Beispiel beim Personal im Öffentlichen Dienst), andererseits die Weiterführung der Schulsanierung und notwendige Investitionen in unserer gemeindlichen Infrastruktur.

Wie geht man mit der Krise um, wie soll sich der Staat verhalten? Die Kommunen als Teil des Staatsaufbaues sind aufgefordert, sich antizyklisch zu verhalten und durch Investitionen die Wirtschaft zu stützen. Übrigens: die öffentliche Hand ist einer der größten Auftraggeber in Deutschland.

Wir möchten und sollen also unser ambitioniertes Arbeitsprogramm für 2021 vorantreiben und Weichen zur Entwicklung Sulzfelds als attraktiven Wohn- und Gewerbestandort stellen.

Wie jedes Jahr erhalten Sie den Jahresrückblick in schriftlicher Form hier sowie bebildert in der letzten Ausgabe unseres Mitteilungsblattes. Dieser fällt deutlich schmaler aus als gewohnt. Die meisten Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Besonders leid tut es mir um unsere drei großen Vereine FVS Fußball, AGV Frohsinn und OGV Obst- und Gartenbauverein, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern. Die Gemeinde gratuliert, ist dankbar für die tolle Arbeit und wünscht mit einem Spendengruß alles Gute für die nächsten Jahre.

Was war 2020 möglich? Im Januar fand die erste große Blutspendenaktion des DRK in der Ravensburghalle statt, im Juni und November folgten weitere Blutspendentermine. Es war gut, dass gerade in dieser Zeit das Spenderaufkommen hoch war.

Zusammen mit den Nachbargemeinden richteten wir eine interkommunale Ausbildungsbörse aus, bei der sich zahlreiche Ausbildungsbetriebe der Region präsentierten und um die besten Nachwuchskräfte warben.

Der erste und leider einzige Markt im Jahr 2020, der Märzenmarkt, konnte von den Bürgerinnen und Bürgern auf dem Rathausplatz besucht werden. Auch schon unsere Kleinsten, die Kinder der Kindergärten wirkten mit und verkauften an einem eigenen Stand allerlei Selbstgemachtes.

Das für Anfang April geplante Jugendforum fand schließlich im Juni digital statt. Das Treffen ist zusammen mit dem 8er-Rat Teil unserer Bestrebungen, die jüngere Generation mit in das kommunalpolitische Geschehen in Sulzfeld einzubeziehen.

Das ganze Jahr über lief die Sanierung der Blanc-und-Fischer Schule. Auch der Gemeinderat hatte hierzu viele Beschlüsse und Vergaben zu treffen. Im Frühsommer soll das sanierte Hauptgebäude in neuem Glanz erstrahlen und wieder für die Schüler/innen freigegeben werden. Daran setzt sich die Erweiterung der Schule durch einen so genannten T-Bau fort, zeitgleich wird der Unterrichtstrakt saniert. Die Pandemie wirkt sich auf die Digitalisierung aus. Ohnehin geplant, nun nochmals stärker finanziell gefördert, wird die Umstellung der Schule auf eine Tablet-Schule. Jedes Klassenzimmer wird mit WLan versorgt, überall gibt es so genannte Whiteboards und jeder Schüler der Gemeinschaftsschule sowie die Lehrer werden Tablets erhalten. Damit wird die Blanc-und-Fischer-Schule eine der modernsten im Land.

Auch über mehrere Jahre wird die Belebung des Rentamtes gehen. Ein regionaler Investor möchte barrierefreie Wohnungen, Parkplätze im Parkdeck und in der Tiefgarage sowie Praxen und Wohngruppen in der Ortsmitte realisieren. Schön, dass die Diakoniestation im Rentamt eine Demenzwohngruppe sowie eine Verhinderungspflege realisieren wird. Die Geschäftsführerinnen werden das Projekt beim Workshop „Zukunft Kommune“ am 12. Januar, 17 Uhr online vorstellen.

Bei diesem zweiten Workshop geht es um die Themenschwerpunkte „Wohnen und Ortsbild“. Bereits nächsten Dienstag, 22.12.2020, findet der Workshop „Digitalisierung und Wirtschaft“ online statt. Anmeldungen sind noch bis Montag im Rathaus möglich. Auch wenn wir hoffen, unsere Veranstaltungen und Bürgergespräche nächstes Jahr wieder präsent machen zu können, waren wir erstaunt, wie gut die digitalen Einwohnerversammlungen angenommen wurden. Und sich auch bei den Ergebnissen sehen lassen konnten.

Tolle digitale Arbeit leisteten auch unsere Kirchengemeinden. Die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde konnte mit Julia Berggötz zum 1. September neu besetzt werden. Am ersten Septembersonntag wurde wieder ein besonderer Gottesdienst auf der Trauwiese der Burg Ravensburg gefeiert.

Die Heimatfreunde Sulzfeld eröffneten Ende August im Bürgerhaus die Ausstellung „1250 Jahre Kraichgau“, die regen Anklang fand.

Das Kerwewochenende konnte erstmals nur beim Kulturkreis, in den Gaststätten und im Einzelhandel begangen werden. Die Straßenkerwe musste entfallen

Der bereits vierte „8er-Rat“ konstituierte sich Anfang November. Viele Ideen der neuen Achtklässler wurden gesammelt und zu Papier gebracht, die mit dem „richtigen“ Gemeinderat im Januar besprochen werden. Unsere Zehntklässler führen das Projekt „Zeitzeugen“ über die Zeit des zweiten Weltkrieges durch.

Viel investiert haben wir in die Betreuung der Kleinsten: im Bürgerhaus hat die vierte Krippengruppe eröffnet. Im evangelischen Kindergarten wurde die Sanierung und Erweiterung der Einrichtung zügig durchgeführt. Für 1,4 Mio. Euro konnte die Generalsanierung in Angriff genommen und eine Gruppe mit Ganztagesbetreuung angebaut werden. Diese soll Anfang 2021 in Betrieb gehen.

Gemeinsam mit der umfangreichen Schulsanierung investieren wir damit insgesamt 10 Mio. Euro in die Förderung unserer Kinder. Damit können wir weiterhin unserer Fürsorgepflicht als Kommune nachkommen und dem Anspruch einer familienfreundlichen Gemeinde gerecht werden.

Der Bauhof konnte sich dieses Jahr über eine neue Kehrmaschine freuen. Personell wurde aufgestockt mit dem Ziel, weitere Aufgaben selbst und nicht durch Fremdfirmen auszuführen.

Auch aus städtebaulicher Sicht tut sich einiges in Sulzfeld: Die Planungen für das Gewerbegebiet Riegel und das Wohngebiet Kürnbacher Weg II (Bauabschnitt B) sind abgeschlossen, die Erschließungsarbeiten vergeben. Beide Gebiete werden 2021 erschlossen. Die Bebauung durch private Häuslesbauer und Gewerbebetriebe kann dann 2022 folgen.

In der Ortsmitte wurde viel zurückgebaut und abgebrochen. Hier sollen barrierefreie Wohnungen und öffentliche Stellplätze entstehen. Mehr Parkflächen zu schaffen war eines der Ergebnisse des Bürgercafés im Feuerwehrhaus vor 2 Jahren.

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

lassen Sie uns diesen Jahresrückblick auch dazu nutzen, all den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu danken, die sich in und für unsere Gemeinde eingesetzt haben. So viele bringen sich mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten ehrenamtlich in Vereinen und Initiativen ein und engagieren sich in kulturellen sowie sozialen Einrichtungen. Dieses Engagement darf nicht abreißen. Wir sind eine Gemeinde, in der Gemeinschaft gelebt wird. Lassen sie uns gemeinsam diese Werte auch ins neue Jahr tragen.

Ein großes Dankeschön geht an:

  • die Damen und Herren des Gemeinderates, für die Unterstützung unserer Arbeit, die 2020 vor neue, ungeahnte Herausforderungen gestellt wurde und auch bestimmt weiterhin wird. Das Gremium hat auch in der schwierigen und noch nicht überstandenen Corona-Zeit immer Handlungsfähigkeit bewiesen.
  • die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes sowie den Erzieherinnen in den Kindergärten. Oft sieben Tage in der Woche waren und sind unsere Mitarbeiter da, um unsere Bürgerschaft zu unterstützen. Um Verordnungen umzusetzen, um eigene Ideen einzuspeisen. Um geduldig Fragen zu beantworten, um Trost zu spenden, um einfach nur als freundliche Stimme am anderen Ende des Telefons da zu sein. Das geht von den Auszubildenden bis hin zu meinen Führungskräften.
  • die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und dem DRK-Ortsverein
  • alle Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in unseren Vereinen und Kirchen engagieren,
  • die Helferinnen und Helfer der Nachbarschaftshilfe und der Pflegedienste,
  • alle, die sich in der Betreuung unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger engagieren,
  • den Seniorenbeirat
  • alle Frauen und Männern, die sich im Arbeitskreis Asyl einbringen,
  • das Lehrerkollegium unserer Gemeinschaftsschule, das für die Ausbildung und Erziehung unserer Kinder Verantwortung trägt,
  • die Mitarbeiterinnen, die im Rahmen der “Verlässlichen Grundschule“ und dem Projekt „Lernen und Freizeit“ tätig sind,
  • alle Helferinnen und Helfer, die Arbeiten und Tätigkeiten für die Gemeinde verrichten, sei es bei der Reinigung und Sauberhaltung öffentlicher Flächen und Plätze
  • die Ev. Kirchengemeinde sowie dem Schneckenhaus e. V. für die Trägerschaft in unseren Kindergärten,
  • unsere Pfarrer für die pastorale und seelsorgerliche Tätigkeit.

Ich bedanke mich für das vertrauensvolle Miteinander im vergangenen Jahr und wünsche Ihnen eine stimmungsvolle Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Weihnachten ist für die meisten von uns das wichtigste und schönste Fest des Jahres. An den ruhigen Tagen haben wir die Gelegenheit auf die Dinge zu blicken, die uns wirklich wichtig sind. Gesundheit zum Beispiel kann man nicht in buntes Geschenkpapier einwickeln und unter den Christbaum legen. Dabei ist sie so wichtig. Auch Glück lässt sich mit keinem Geld der Welt kaufen. Die vergangenen Monate haben uns mehr denn je aufgezeigt, dass Gesundheit, Zufriedenheit und Lebensfreude die größten Geschenke sind – nicht nur an Weihnachten.

Mit Blick auf die eigene und die Gesundheit der Liebsten dürfen wir an den bevorstehenden Festtagen, die mit harten Einschränkungen einhergehen, die Zuversicht nicht verlieren. In diesem Jahr ist an Weihnachten und Silvester auch Kreativität gefragt, wenn es darum geht, Familie und Freunden eine Freude zu bereiten. Sind wir traurig und vielleicht sogar verärgert darüber unsere gewohnten Weihnachtstraditionen nicht begehen zu können, möchte ich uns alle daran erinnern, dass es Menschen gibt, die regelmäßig auf ein Weihnachtsfest im Kreise der Familie verzichten, um für andere da zu sein. Die Mitmenschen unter uns, die ihre Zeit und Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit stellen – sei es beispielsweise bei der Feuerwehr, der Polizei, dem Rettungsdienst oder den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Vor diesem Hintergrund sind die diesjährigen Einschränkungen anders zu bewerten.

Zum bevorstehenden Jahreswechsel wünsche ich Ihnen die Muße für den Blick nach innen und nach vorne, um mit neuen Kräften und frischem Mut die richtigen Entscheidungen im neuen Jahr treffen zu können. Gönnen Sie sich an den kommenden Feiertagen die wohlverdiente Erholung und eine besinnliche, aber auch fröhliche Zeit mit Ihren Lieben.

Mit herzlichen Weihnachtsgrüßen

Ihre

Sarina Pfründer

Bürgermeisterin

Zurück