Ausflug nach Avize: Saint-Vincent-Fest am 20. Januar

Start des Saint-Vincent-Festzugs am Samstagmorgen auf dem Champagnergut von Jacques Selosse in Avize.
Véronique Gentet, Präsidentin des Avizer Städtepartnerschafts-komitees, Winzer Hervé Dubois und Daniel Hagmann, Vorsitzen-der des Sulzfelder Partnerschaftsausschusses, auf dem Cham-pagnergut von Adrien Dhondt, der dritten Station des Fests.

Die Jäger haben den Heiligen Hubertus. Bei den Fischern ist es der Heilige Petrus. Und die Winzer in der Champagne huldigen als Schutzpatron dem Heiligen Vincent. Jedes Jahr um den 22. Januar feiert man daher in Avize und den umliegenden Städten und Gemeinden das Saint-Vincent-Fest – um dem Schutzheiligen für die vergangene Weinlese zu danken und das noch junge neue Jahr unter einen guten Stern für die folgenden Anbau- und Ernte-Aktivitäten zu stellen.

Véronique Gentet, die Präsidentin des Avizer Städtepartnerschaftskomitees, hatte Daniel Hagmann, den Vorsitzenden des Sulzfelder Partnerschaftsausschusses, eingeladen, bei der diesjährigen Saint-Vincent-Feier am Samstag, 20. Januar, nach Avize zu kommen. Für Hagmann war es der erste Besuch des beliebten Fests, das von der Avizer Winzervereinigung veranstaltet wird.

Der Brauch sieht vor, dass die Feier immer auf jenem Champagnergut beginnt, das die hölzerne Figur des Heiligen Vincent das vergangene Jahr über aufbewahrt hat. Gegen 9 Uhr am Samstagmorgen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt trafen sich etwa 300 Menschen auf dem Gelände von Jacques Selosse. Einige der Anwesenden waren in traditionelle Gewänder gehüllt. Nach großem Hallo und den ersten edlen Tropfen zog die Menge unter musikalischer Begleitung gut gelaunt in die katholische Kirche von Avize zum Festgottesdienst weiter.

Nach dem Abendmahl erfolgte am späten Samstagvormittag die feierliche Übergabe der Saint-Vincent-Figur an Adrien Dhondt auf dessen Weingut, das etwas östlich, außerhalb von Avize liegt. Auffällig bei der Feier: Das große Aufkommen von Vertretern der lokalen und überregionalen Presse sowie die Anwesenheit mehrerer Fernsehteams. Denn mit Bruno Le Maire war der französische Wirtschafts- und Finanzminister vor Ort. „Das ist der höchste Gast, den wir je zum Saint-Vincent-Fest bei uns begrüßt haben“, erklärte Véronique Gentet.

Gilles Dulion, der Avizer Bürgermeister, freute sich über den prominenten und im ganzen Land bekannten Besuch und begrüßte ihn herzlich. Und Le Maire ließ es sich nicht nehmen, den Winzern der Sulzfelder Partnerstadt zu ihren stets hervorragenden Erzeugnisses zu gratulieren. „Der Champagner, das ist Frankreich“, erklärte der Minister. Das galt es doch gleich zu überprüfen – und unter flotten Klängen des Avizer Musikvereins kamen die Feiernden bei herrlichem Sonnenschein, weiter frostigen Temperaturen und Champagner aus dem Hause Dhondt ins Gespräch. Auf dem Champagnergut wird die Figur des Heiligen Vincent nun bis zum Januar des kommenden Jahres verweilen – und dann bei der Zeremonie in knapp einem Jahr wieder zum nächsten Champagnerbetrieb weiterziehen.

Am frühen Nachmittag verlagerte sich die Feier zum Festbankett in den Avizer Festsaal. Nach dessen aufwendiger Renovierung war es die erste Veranstaltung in den neu gestalteten Räumlichkeiten. Bis spät in die Nacht verbrachten die rund 250 Anwesenden einen schönen Festtag bei bester Verköstigung, lebhaften Gesprächen, launiger Tanzmusik und fröhlichen Gesängen. Besonders ausgelassen war die Stimmung, sobald jemand das beliebte Lied „Ein herzliches Hoch auf den Champagner“ anstimmte – ganz nach dem Motto: „Es lebe die Champagne, es leben die Winzer – und es lebe der Champagner, der uns in Freude versetzt.“

Am Sonntag, 21. Januar, und nach dem gelungenen und herzlichen Besuch in Avize trat Daniel Hagmann wieder die Heimreise an. Zusammen mit den Avizern war er sich einig: Es sollte für dieses Jahr keineswegs die letzte städtepartnerschaftliche Begegnung zwischen Sulzfeldern und den Franzosen aus der knapp 2.000 Einwohner zählenden Gemeinde im Département Marne gewesen sein.

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