800 Jahre Burg Ravensburg Jubiläumswochenende 15. – 17. Juli 2022

Festabend der Partnerstädte

Mit strahlendem Sonnenschein wurden am Wochenende die besonderen Jubiläen – 800 Jahre Burg Ravensburg, 500 Jahre Reformation in Sulzfeld sowie 55 Jahre Städtepartnerschaft mit Avize – gebührend gefeiert.

Als Auftakt des Festwochenendes fand am 15. Juli ein Festabend mit Gästen aus den Partnerstädten Avize und Nowosolna auf der Burg Ravensburg statt. Dank diversen Reden sowie Programmpunkten durch Bürgermeisterin Pfründer, Landrat Dr. Schnaudigel, Bürgermeister a. D. und Ehrenbürger Roth, Bürgermeister Szczesniak, Bürgermeister Dulion (per Videoschaltung) sowie für die Familie von Göler Herr Kieser und Herr Kroker wurden den Gästen ein buntes Programm, von Burg über Familie Göler bis hin zur Partnerschaft, geboten.  Besonders hervorzuheben ist die Verabschiedung unseres Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Herrn Ernst Reitermayer. Frau Pfründer betonte, dass man mit Herr Reitermayer „einen Mann [verabschiede], der nicht nur ein überzeugter Europäer ist, sondern sich auch mit seiner ganzen Kraft für ein vereintes Europa in Frieden und Freiheit eingesetzt hat“. Partnerschaften waren ihm stets eine Herzensangelegenheit sowie die Einbeziehung der Jugendlichen, um die freundschaftlichen Beziehungen auch in den nächsten Generationen zu erhalten. Als Würdigung seiner Verdienste ernannte Bürgermeisterin Pfründer Herrn Reitermayer zum Ehrenvorsitzenden des Partnerschaftsausschusses der Gemeinde Sulzfeld.

Am Samstag des Festwochenendes stand für die Delegationen aus Nowosolna und Avize eine ereignisreiche Fahrt in die Region an. Früh ging es für die Gruppe nach Angelbachtal zum Schloss Eichtersheim, wo für die Gäste ein „LEADER Workshop“ stattfand. Hierbei tauschten sich die LEADER Regionen, Kraichgau und Łódź, über das europäische Projekt „LEADER“ der jeweiligen Region aus. Am Mittag fand der zweite Workshop mit dem Thema: „Digitale Begegnungen sowie Beteiligungen innerhalb europäischer Partnerschaften“ statt. Im Anschluss daran machte sich die Gruppe auf zur Burg Steinsberg nach Weiler, da dort im Rahmen des LEADER Programmes, ein Abenteuerspielplatz entstehen soll. An diesem konkreten Projekt wurde das Verfahren erläutert.

Selbstverständlich durfte ein Besuch auf der Gartenschau in Eppingen nicht fehlen, weshalb man sich anschließend von Weiler auf nach Eppingen machte. An der Gartenschau angekommen, tauschte man sich in einem Workshop zunächst über die Eppinger Partnerschaften sowie die Europäische Gemeinschaft aus. Alle Teilnehmenden waren sich einig, dass es wichtig sei Städtepartnerschaften zu erhalten und diese zu pflegen. Dies betonte auch Bürgermeisterin Pfründer in ihrer Rede am vorangegangen Partnerschaftsabend: „Vielleicht wissen wir erst jetzt, wo der Friede in der Ukraine und somit auf der ganzen Welt angegriffen ist, diesen zu schätzen“. Man müsse daher in Europa, von Frankreich über Deutschland bis nach Polen zusammenstehen. 

Weitere interessante Eindrücke konnten die Gäste durch eine Führung über das Gelände der Gartenschau sammeln. Den Abend ließen die Delegation nach eigenem Belieben ausklingen.

 

800 Jahre Burg Ravensburg und 500 Jahre Reformation

Parallel durften am Samstag um 14 Uhr Burg- und Geschichtsliebhaber eine Führung durch Herrn Knauer auf der Burg Ravensburg genießen. Am Abend zog es interessierte Besucherinnen und Besucher in die evangelische Kirche, wo ein Vortragsabend über 800 Jahre Burg Ravensburg sowie 500 Jahre Reformation in Sulzfeld stattfand. Herr Nicolai Knauer berichtete zu Beginn über die Vorgeschichte, die Entstehung und den Bau der Burg bis 1220. Trotz spärlicher schriftlicher Überlieferungen und wenig historischer Bausubstanz kann der Burgenkundler zum Beispiel aus der Form und Bearbeitung der Sandsteinquader Rückschlüsse auf den Bau und die Entstehung des Burgfrieds ziehen. „Wichtige Hinweise geben auch Steinmetzzeichen“, lernen die Zuhörer. Das genaue Entstehungsjahr lässt sich nicht feststellen, 1222 sei aber ein Schlüsseljahr in der Entstehungsgeschichte, so Knauer. Ziemlich sicher stehe der Burgbau in Zusammenhang mit dem Bau einer ganzen Burgenkette, die sich vom Neckar und der Burg Klingenberg über Neipperg, der Leinburg bis zur Ravensburg und weiter bis Flehingen und Neibsheim erstreckt und von König Friedrich II., später Kaiser, veranlasst wurde. Und es muss wohl mal ein größeres Feuer gegeben haben, sagt Knauer. Darauf deute die rote Verfärbung des sonst eher gelblich-beigen Schilfsandsteins der Gegend hin.

Im Anschluss erzählte Herr Dr. Tobias Dienst über die Reformation in Sulzfeld.

Zu guter Letzt lud die evangelische Kirche am Sonntag zu einem ökumenischen Gottesdienst auf der Trauwiese ein. Nach dem Gottesdienst boten der AGV, die Burgwehr sowie der Wildobsthof Mitsch den Besucherinnen und Besuchern verschiedene Leckereien an. Nach einer Stärkung konnten diese auf dem Mittelalterlichen Markt die ein oder anderen Schätze ergattern. Besonders beliebt bei den kleineren Gästen war die Möglichkeit Kronen sowie Ritterschilder zu basteln. Um 14 Uhr und um 15 Uhr gab es erneut die Möglichkeit, unter der Führung von Herrn Knauer, die Geschichte sowie die Burg Ravensburg näher kennenzulernen. Den krönenden Abschluss eines gelungenen Jubiläumswochenendes machte die Band „Aurium Voluptas“ mit einem mittelalterlichen Rockkonzert.

Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern, den Delegationen aus Avize und Nowosolna sowie allen Mitwirkenden, ohne welche das Jubiläumswochenende nicht denkbar gewesen wäre. Auch danken wir den Geschäftsführern Ulrike und Claus Burmeister des Weingutes Burg Ravensburg für ihre Unterstützung der Weinpräsente und des Jubiläumsweines. Ein weiterer Dank gilt den Förderern dieses besonderen Festwochenendes der Städtepartnerschaften.

Bildergalerie vom Festwochenende

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