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Sulzfelder Laienschauspieler und Orte im Kino ab 17. Januar

Im letzten Jahr hatte sich das Filmteam rund um Regisseur Felix Hassenfratz im ehemaligen Gasthof „Hirsch“ eingerichtet. Von dort aus wurden Szenen für den neuen Film „Verlorene (Lost Ones)“ gedreht, der am 17. Januar in den Kinos (u. a. Heilbronn, Karlsruhe, Pforzheim) anläuft. Die genauen Spielzeiten sind auf den Webseiten der Kinos abfragbar.

Filminhalt
Maria ist frei, wenn sie Orgel spielt. Bach spürt man im Bauch. Zu Hause fühlt die 18-Jährige sich verantwortlich. Für Hannah, ihre jüngere Schwester, die rebellierend den Ausbruch aus dem Dorf plant. Für Johann, ihren Vater. Nach dem frühen Tod der Mutter leben die beiden ungleichen Schwestern alleine mit ihm in der süddeutschen Provinz. Stoisch erfüllt Maria die Erwartungen der Anderen: als Beschützerin, Schwester und vom Vater geliebte Tochter. Ein fragiles Gleichgewicht, das sie mit aller Kraft zu halten versucht – auch um den Preis ihrer eigenen Träume. Alles ändert sich, als Valentin, ein junger Zimmermann auf der Walz, im Betrieb des Vaters Anstellung findet. Maria verliebt sich. Zum ersten Mal, gegen alle Vernunft. Valentin erwidert Marias heimliche Zuneigung. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr zieht sie sich zurück. Für die Bewahrung eines sorgsam gehüteten Geheimnisses ist Maria bereit sich aufzuopfern. Als Hannah der Wahrheit auf die Spur kommt, ist die Welt der Geschwister längst über ihnen zusammengestürzt. Hannah beschließt, ihre Schwester zu retten. Wenn es sein muss, auch gegen Marias Willen. Das Familiendrama „Verlorene“ feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2018 in der Perspektive Deutsches Kino. In seinem intensiven Kino-Debüt widmet sich Felix Hassenfratz dem Tabu-Thema Missbrauch und erzählt von der Sehnsucht nach Liebe gegen alle Vernunft. Ein glaubwürdiger und sensibler Beitrag zur Debatte um sexua-lisierte Gewalt. Besetzt mit einem starken Ensemble aus Maria Dragus, Neuentdeckung Anna Bachmann, Clemens Schick und Enno Trebs.
Die genaue Zeichnung der badischen Region und der Dia-lekt sind ein starkes Element des Films.
Regisseur und Autor Felix Hassenfratz meint dazu: „Weil ich dort aufgewachsen bin. Ich erzähle darin auch von mir und meiner Heimat. Wir haben lange nach den richtigen Motiven für den Film gesucht, bis in den Schwarzwaldhinein. Gefunden haben wir sie am Ende unweit meines Heimatdorfes im Kraichgau. Das Drehbuch war von Anfang an im Dialekt geschrieben, das hat mir sehr geholfen, meine Figuren zu finden. Die Sparsamkeit in der Sprache gehört im Badischen zur Mentalität der Menschen. Für mein Ensemble war der Dialekt eine Herausforderung. Bis auf Clemens Schick, der aus Tübingen stammt, und Anne Weinknecht mussten die Schauspieler ihre Sprache für den Film erst erlernen.“
Zum Regisseur Felix Hassenfratz:
Felix Hassenfratz, geboren 1981 in Heilbronn, lebt und arbeitet in Köln. Nach dem Zivildienst war er als freier Autor sowie Setfotograf und Regieassistent tätig. Von 2004 bis 2007 studierte er Filmregie an der Internationalen Filmschule Köln und arbeitete anschließend als freier Regisseur für Fernsehformate u. a. im Kinder- und Jugendprogramm. Seine Filme wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden auf internationalen Festivals Aufmerksamkeit. Sein Kurz-Spielfilm „Der Verdacht“ (FBW-Prädikat: besonders wertvoll) gewann den Deutschen Kurzfilmpreis, die vierteilige Dokureihe „Schnitzeljagd im heiligen Land“ den Grimme-Preis in der Kategorie Kinder- & Jugendprogramm.
„Verlorene“ ist sein Kino-Debüt und feierte auf der Berlinale 2018 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino seine Welt-premiere. Ausgezeichnet als Bester Debütspielfilm in Biberach und mit dem NDR Nachwuchs-Filmpreis in Emden.