Bürgermeisteramt Sulzfeld
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Landrat Dr. Schnaudigel trägt sich in das Goldene Buch der Gemeinde Sulzfeld ein. Links: Bürgermeisterin Sarina Pfründer.
Auf Einladung von Bürgermeisterin Sarina Pfründer war Landrat Dr. Christoph Schnaudigel am Mittwoch, 20. April zu Gast in Sulzfeld, um sich mit dem Gemeinderat über aktuelle Themen auszutauschen.
Anhand einer Präsentation stellte Bürgermeisterin Pfründer die östlichste Gemeinde im Landkreis vor und ging dabei auf die geplanten Vorhaben ein. Sanierung und Erweiterung der Ravensburghalle und Neubau einer Halle als gemeinsames Projekt mit dem Turnverein und die Renovierung des Bahnhofs als genossenschaftliches Projekt von und mit den Bürgerinnen und Bürgern bildeten die Schwerpunkte und beeindruckten Landrat Dr. Schnaudigel, der das besondere Engagement der Bürgerinnen und Bürger und der Gemeinde lobte. Über die Einrichtung einer Krippengruppe im Bürgerhaus, sowie die Sanierung des Gebäudes wurde ebenso gesprochen, wobei auch gleich die weitere Entwicklung der Hauptschule am Ort zur Sprache kam. Bürgermeisterin Pfründer berichtete von der allgemeinen Entwicklung, die auch in Sulzfeld deutlich zu spüren sei: die Zahl der Kinder ist rückläufig. Die jetzige vierte Klasse habe noch 61 Kinder, bereits der nächste Jahrgang nur noch 43. Die Werkrealschule habe für Sulzfeld die Lage nochmals zugespitzt. Ob die neue Regierung hier helfen könne, ließ Landrat Dr. Schnaudigel offen, denn am eigentlichen Problem könne die Regierung nichts ändern – es fehlen Kinder. In diesem Zusammenhang wurde von Seiten der Gemeinderäte die Frage der Inklusion gestellt, also das gemeinsame Lernen und Leben von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Landrat Dr. Schnaudigel machte anhand von Beispielen deutlich, dass es im Landkreis Karlsruhe bereits eine Vielzahl von integrativen Maßnahmen gebe, bestes Beispiel sei die Außenklasse der Ludwig-Guttmann-Schule für Köpberbehinderte in Kronau, die direkt an die Erich-Kästner-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule angebaut wurde und die so ein natürliches Miteinander der Schülerinnen und Schüler ermögliche. Gemeinsamer Unterricht stehe täglich auf dem Stundenplan, die Pausen werden ohnehin zusammen verbracht. Der Einrichtung von weiteren Außenklassen stehe der Landkreis offen gegenüber.
Großes Interesse hatten die Gemeinderäte am Neubau der Rechbergklinik Bretten. 50 Mio. € werden dafür investiert, das Leistungsspektrum des Krankenhauses der Grund- und Regelversorgung werde erhalten bleiben mit den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie und einer Belegabteilung Gynäkologie. Um das Angebot abzurunden, werde versucht, Fachärzte anzusiedeln. Einig war man sich darüber, dass Allgemeinmediziner in den Gemeinden bleiben sollen. In diesem Zusammenhang beglückwünschte der Landrat die Gemeinde zu dem neuen Gesundheitszentrum, welches sich derzeit in der Gartenstraße im Bau befindet.
Weitere Themen waren der Öffentliche Personannahverkehr, bei dem der Landkreis über die neue Möglichkeit „AboPlus“ dabei sei, den Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises eine einfache und vergleichsweise kostengünstige Lösung anbieten zu können, um über die Verbundgrenze des Karlsruher Verkehrsverbundes hinweg in den Rhein-Neckar-Kreis oder den Landkreis Heilbronn fahren zu können.
Das Bildungs- und Teilhabepaket, für das es im Landkreis Karlsruhe rund 8.000 Anspruchsberechtigte gibt, und die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zusammen mit der Agentur für Arbeit u. a. in einer Außenstelle in Bretten interessierte die Gemeinderäte ebenso wie die Einschätzung des Landrats, ob es ihn unter der neuen Landesregierung wohl noch lange geben werde, im Hinblick auf eine mögliche Kreisreform mit großen Regionalkreisen. „Bis es dazu kommt, wird noch viel Wasser den Kohlbach hinunterfließen“, so der Landrat. Diskutiert werde aber über eine Direktwahl des Landrates durch das Volk.