Bürgermeisteramt Sulzfeld
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Am vergangenen Freitag feierte Anni Krüger bei guter Gesundheit ihren 90. Geburtstag. Die in Kirchberg bei Zwickau geborene Jubilarin erzählte ihrer illustren Geburtstagsrunde mit Bürgermeister Roth, Pfarrer Fränkle und ihren Nachbarinnen Anekdoten aus ihrem Leben. Sehr gut erinnert sie sich an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, als sie als junge Frau mit ihrem dreijährigen Sohn und ihrem 12jährigen Bruder Eugen von der Ostzone heimlichen an Grenzkontrollen vorbei, nach Westen geflohen ist.
In Sulzfeld ist die heitere und lustige 90jährige als „Mutti“ bekannt. Sie erläuterte ihren Gästen, woher die Bezeichnung kommt. „Als wir 1962 nach Sulzfeld gezogen sind, haben meine Kinder „Mutti“ und „Vati“ zu uns Eltern gesagt.“ Das war damals in dem Kraichgauort etwas Besonderes und so hat sich diese Bezeichnung eingebürgert. Im Wanderclub war Anni Krüger mit ihrem 1992 verstorbenen Gatten Hermann sehr aktiv. „So manches Vereinsfest ist auf unserem Wochenendgrundstück in Eppingen im Gewann Essigberg gefeiert worden.“
Bürgermeister Roth überbrachte die Glückwünsche und den Ehrenteller der Gemeinde sowie die Glückwünsche von Ministerpräsidenten Stefan Mappus und die Ehrenurkunde des Landes Baden-Württemberg. Das Ortsoberhaupt dankte Anni Krüger, die von 1978 bis 1992 im Obergeschoss ihres Wohnhauses Pensionsgäste beherbergt hat, für diese Tätigkeit. „So manches Mal haben Sie uns bei der kurzfristigen Unterbringung von Gästen geholfen.“ Viele Seiten in ihrem Gästebuch sind beschrieben. „Alle waren zufrieden, es gab nie Klagen“, stellte Anni Krüger mit Stolz fest, die auch 18 Jahre bei der Firma BLANCO gearbeitet hat. Die Pensionschefin erzählt von mitgenommenen und bis zum heutigen Tage nicht wieder zurückgegebenen Wohnungsschlüsseln und von Gästen, die schon mal gerne gefeiert haben. Gerne erinnert sie sich auch an die „Marinetreffen“, die alle zwei Jahre in Sulzfeld stattfanden. Ihr Mann war im 2. Weltkrieg bei der Marine und so trafen sich die Kriegsveteranen regelmäßig.
Die rüstige Jubilarin fühlt sich gesund. „Medikamente brauche ich bis zum heutigen Tag nicht,“ berichtet sie verschmitzt und gibt zu „Vor Spritzen habe ich aber eine höllische Angst“. Wenn man sie so erzählen hört, kann man durchaus glauben, dass der Wunsch von „Mutti“ in Erfüllung geht, 100 Jahre alt zu werden. Darüber würden sich ihre beiden Kinder, vier Enkel und inzwischen auch vier Urenkel sehr freuen.