Bürgermeisteramt Sulzfeld
Rathausplatz 1
75056 Sulzfeld
Telefon 07269/78-0
Telefax 07269/7840
Die Brüder Klaus und Volker Guggolz präsentieren im Bürgerhaus die Werke ihres Vaters August Guggolz
Eröffnung der Ausstellung „August Guggolz – Ein Sulzfelder kehrt heim“
Am Sonntag, den 5. Juli 2009 eröffnete im Bürgerhaus die von der Abteilung Heimatfreunde des TV Sulzfeld initiierte Ausstellung „August Guggolz – Ein Sulzfelder kehrt heim“. Zu sehen sind Bilder, Ton- und Töpferarbeiten des im Jahre 1900 in Sulzfeld geborenen Künstlers.
Vor der stattlichen Zahl von rund 50 interessierten Zuhörern gab Manfred Mehl von den Heimatfreunden eine kurze Einführung zur Person und zu den Werken von August Guggolz.
„Diese Ausstellung ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Eberhard Roth in seiner Eröffnungsrede. Sie zeige anhand der Bilder sehr anschaulich, wie die Lebensverhältnisse unserer Vorfahren waren. Hinter dem Namen Guggolz,vebergen sich seit Generationen intelligente, schöpferische Menschen, mit einem ausgeprägten Gesellschaftssinn. Außerdem sei der Name Guggolz untrennbar mit der Gaststätte bzw. Metzgerei „Krone“ verbunden. „Das Interessante an dieser Ausstellung ist unter anderem die Tatsache, dass in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Zeiten viel weniger Materielles vorhanden war, aber dis mit einer gehörigen Portion schöpferischen Geist ausgeglichen wurde.“ Roth zeigte sich überzeugt: „Die Sulzfelder werden zu dieser Ausstellung kommen, weil sie stolz sind – genau wie ich.“
Im Anschluss an die Eröffnungsrede gab Volker Guggolz, einer der beiden Söhne von August Guggolz, einen eindrucksvollen Einblick in das Leben des Künstlers. Mit einer Power Point Präsentatin wurden die Zuhörer in das Leben des Künstlers zurückversetzt. August Guggolz, der am 13. Mai 1900 in Sulzfeld geboren wurde, wuchs in der „Krone“ auf und ging in Sulzfeld zur Schule. Wie viele junge Männer in der Guggolz-Familie erlernte auch er den Lehrerberuf und legte im Jahre 1919 sein Examen ab. Seine Lehrtätigkeit führte ihn in den folgenden Jahren nach Mahlberg, Marzell und Mannheim-Käfertal.
Als vielseitig interessierter Mann erlernte er neben dem Klavier- auch das Orgel- und Geigenspiel. In der zweiten Hälfte der Zwanziger Jahre leitete er als Dirigent den Männergesangverein in Sulzfeld. Von 1927 bis 1928 ließ er sich beurlauben, um sein Talent und seine Neigung zum Malen und Zeichnen an der Malerfachschule in Karlsruhe weiterzuentwickeln.
Im Oktober 1929 heiratete er Lina Eggert. Zweieinhalb Jahre später – im April 1932 – erblickte Klaus Guggolz als erster von zwei Söhnen das Licht der Welt.
Die folgenden Jahre verschlugen August Guggolz als Lehrer nach Hockenheim, Sandhausen, Nußloch und Dühren. Während dieser Zeit schrieb er sich an der Universität Heidelberg in den Vorlesungen „Allgemeines Zeichnen“ ein.
Nachdem seine Frau Lina im Jahre 1936 verstarb, trat er eine Arbeitsstelle in Singen am Hohentwiel an. Aus dieser Zeit stammen viele Landschaftsbilder von August Guggolz, die vorwiegend die Hegauer Berge zeigen. Im Jahre 1941 heiratete der inzwischen 41jährige Guggolz seine zweite Frau Sofie und ein Jahr später wurde Volker Guggolz, der zweite Sohn, geboren. Während den Kriegsjahren war August Guggolz teilweise als Soldat, teilweise aber auch als Lehrer in den Militärdienst berufen. Zum Ende des Krieges – im April 1945 – geriet Guggolz in Gefangenschaft, aus welcher er nach knapp zwei Jahren entlassen wurde.
Nach einer Zeit als Arbeiter in einer Seilfabrik kehrte er schließlich im Oktober 1949 zurück in den Schuldienst und leitete alsbald als Rektor die größte Schule in Singen. In seiner Freizeit gab er Töpfer- und Werkkurse an der dortigen Volkshochschule.
Bei einem Lehrerausflug im Vorarlberg verstarb er im Juli 1961.
Die Ausstellung mit den Werken von August Guggolz befindet sich in den Räumen des Bürgerhauses und ist bis zum 26. Juli jeweils dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.