Bürgermeisteramt Sulzfeld
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75056 Sulzfeld
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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das Jahr 2009, das ganz im Zeichen einer weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise stand, neigt sich seinem Ende zu. Nach einer Phase mit stetigem Wirtschaftswachstum und hervorragenden Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, jagt in den letzten Monaten eine Schreckensmeldung die andere. Die weltweite Finanzmarktkrise mit der ein rapider Konjunkturabschwung einherging, vermittelte nicht nur eine weltweite Instabilität, sondern auch ein hohes Maß an Angst, Unsicherheit und großer Sorge um die Zukunft.
Die Gründe für die Finanzmarktkrise sind vielschichtig und für den Bürger oft nicht nachvollziehbar – ihre Auswirkungen sind allerdings nicht nur in Bund und Ländern, sondern auch auf der kommunalen Ebene spür-bar geworden.
Auch in unserer Gemeinde Sulzfeld schlugen sich die negativen Entwicklungen, ebenso wie in den meisten an-deren Kommunen unseres Landes, in einen gewaltigen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen nieder. Dank der sorgsamen Finanzpolitik des Gemeinderates war es möglich die Auswirkungen in Grenzen zu halten. Allerdings werden sich die engeren Spielräume in den folgenden Jahren in einem deutlich geringeren Investiti-onsspielraum auswirken.
Es bleibt zu hoffen, dass unsere stabilen mittelständischen Betriebe und die beiden herausragenden Großfirmen mit ihrer erfolgreichen Unternehmenspolitik auch in der Zukunft dazu beitragen können, Wohlstand, Wach-stum und eine hohe Zahl von Arbeitsplätzen in unserer Gemeinde zu gewährleisten. Sicherlich gilt es für uns alle unsere Ansprüche und Erwartungen zu reduzieren. Dennoch sollte uns die Krise nicht zu Verzagtheit und Mut-losigkeit veranlassen.
Unsere Gemeinde Sulzfeld war trotz aller Widrigkeiten auch im Jahr 2009 in der Lage ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen und den großen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. So konnten wir die Betreuung von Kindern und Jugendlichen vom Kindergartenalter an bis hinein in den Schulbereich weiter ausbauen. Sprachschulung, Sprachförderung und Hausaufgabenbetreuung sind Schwerpunkte sowohl im Kindergarten, als auch bei der Ganztagesbetreuung in der Schule. Dabei wollen wir nicht nur den Lernerfolg und das Sozialverhal-ten der Kinder und Jugendlichen verbessern, sondern auch Fehlentwicklungen im Ansatz verhindern. Das Pro-jekt „Lernen und Freizeit“ wird in der Blanc-und-Fischer-Schule inzwischen von über 80 Kindern und Jugendli-chen in Anspruch genommen, wobei wir räumlich schon an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen.
Mit der Evangelischen Kirchengemeinde verbindet uns eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei den Kindergärten. Der Kommunale Kindergarten „Die Brücke“ hat als einer von insgesamt drei Kindergärten im gesamten Landkreis Karlsruhe das Projekt „Kindertagesstätten entwickeln sich zu Familienzentren“ aufgebaut. Hier wird eine sehr enge Kooperation zwischen Kindergarteneltern und Kindern angestrebt. Dieses Engagement hat kreisweit für positives Aufsehen gesorgt.
Im kommenden Jahr soll die Betreuung für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde angeboten werden.
Im Bereich des Gesundheitswesens konnten im abgelaufenen Jahr die Wege für die Schaffung eines Gesund-heitszentrums geebnet werden. So soll bis Mitte 2011 in der Gartenstraße in unmittelbarem Bereich des Rathauses ein Gesundheitszentrum von privaten Investoren erstellt werden. Darin sollen eine allgemein-medizinische und internistische Praxis, eine Zahnarztpraxis, eine physiotherapeutische Praxis und eine Logopä-din Platz finden. Alle Praxen sind schon in Sulzfeld ansässig. Der Vorteil dieses Gesundheitszentrums liegt dar-in, dass nicht nur eine Konzentration von Gesundheitseinrichtungen erfolgt, sondern dass auch alle Räumlich-keiten barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen sind.
Die Flurbereinigung auf unserer Gemarkung hat in diesem Jahr die Maßnahmen zum Hochwasserschutz weit-gehend abgeschlossen. Darüber hinaus wurden nahezu alle Wegebaumaßnahmen realisiert. Durch den geplan-ten Biotopverbund, u.a. durch die Erweiterung schon vorhandenen Hecken, erfährt die Natur in Sulzfeld auch eine umfassende ökologische Aufwertung.
Die Trinkwasserversorgung in Sulzfeld wird nach der Modernisierung der Pumpstation durch derzeit noch laufende Umbaumaßnahmen im Hochbehälter an den aktuellen Standard angepasst. So wird es möglich sein, im kommenden Jahr durch einen höheren Anteil von Bodenseewasser den Härtegrad unseres Trinkwassers spür-bar zu reduzieren.
Die Partnerschaft mit unseren Freunden aus Avize hatte in 2009 ihren Höhepunkt in einem Besuch der Rad-sportler aus Avize bei unserem Radsportverein „Germania“. Mit einem abwechslungsreichen Programm und einer hervorragenden persönlichen Betreuung unserer Gäste haben die Radsportfreunde aus Sulzfeld ihre Avizer Gäste begeistert und damit sicherlich eine Grundlage für eine lang anhaltende Freundschaft gelegt.
Zu Beginn des Jahres mussten sich Gemeinderat und Gemeindeverwaltung sehr intensiv mit der Fortführung des Restaurantbetriebes auf der Burg Ravensburg befassen. Mit starker Unterstützung durch unsere Großbe-triebe und mittelständischen Unternehmen aus Sulzfeld, Oberderdingen, Sternenfels und Bretten, gelang es über die Gründung einer GmbH die Burg Ravensburg zu pachten und den Restaurantbetrieb wieder aufzuneh-men. Dankenswerterweise hat sich die Familie Scheidtweiler aus Pforzheim, die in Eppingen die Brauerei Palm-bräu erworben hat, bereit gefunden, den Restaurantbetrieb auf der Burg Ravensburg zu übernehmen. Das neue Unternehmensprofil hat bei Gästen aus Nah und Fern und vor allem auch bei der Sulzfelder Bevölkerung, großen Anklang gefunden und damit für einen guten Erfolg schon im ersten Unternehmensjahr gesorgt.
Mit Beginn des Jahres wurde im Bereich des Bauhofes ein Kombihof für Wertstoffe und Grünabfälle errichtet. Die anfänglich vorhandenen Bedenken über eine Belästigung durch diese Anlage haben sich zwischenzeitlich zerstreut. Es hat sich gezeigt, dass durch die gute Organisation und genaue Überwachung der Anlieferungen, durch diesen Kombihof keine größeren Beeinträchtigungen für die Umgebung entstehen.
Die von der Landesregierung in die Wege geleitete Hauptschulreform hat der Schulleitung der Blanc-und-Fischer-Schule, den Lehrerinnen und Lehrern und dem Gemeinderat in den vergangenen Wochen erhebliche Sorgen bereitet. In gemeinsamen Anstrengungen ist es erfreulicherweise gelungen, eine Konzeption zu ent-wickeln, die nicht nur den Fortbestand der Hauptschule in Sulzfeld gewährleisten wird, sondern den Schülerin-nen und Schülern nach einer Aufbauphase in den kommenden Jahren die Möglichkeit eröffnet, den Werkreal-schulabschluss mit mittlerer Reife in Sulzfeld zu erlangen. Dies ist für mich umso zufriedenstellender als die Hauptschulabgänger aus Sulzfeld seit vielen Jahren mit ihren Leistungen im gesamten Schulamtsbezirk mit an der Spitze stehen.
Bei der Gemeinderatswahl zur Jahresmitte ging mit dem Ausscheiden des langjährigen Bürgermeisterstell-vertreters Wilfried Weigert nach 38 Jahren Zugehörigkeit zum Gemeinderatsgremium eine Ära zu Ende. Das Gemeinderatskollegium, Bürgermeister, Gemeindeverwaltung und die ganze Bürgerschaft sind Wilfried Weigert für sein ehrenamtliches Engagement im Interesse und zum Wohle der Gemeinde zu Dank verpflichtet. Neben Wilfried Weigert hat sich auch Gemeinderat Rolf Ziegler nicht mehr für die Wahl zur Verfügung gestellt. Alle anderen Gemeinderäte, die sich für dieses Amt wieder beworben haben, wurden mit überzeugenden Ergebnis-sen in den Gemeinderat wiedergewählt. Dies ist sicherlich auch eine Bestätigung der Wählerinnen und Wähler für die Qualität und Akzeptanz der Gemeinderatsarbeit bei der gesamten Bürgerschaft. Neu in das Gremium eingezogen sind Karin Fichtner und Jürgen Bergsmann. Die Gemeinderäte Harald Störzinger und Gerd Wagner erhielten für 20 Jahre ehrenamtliche Gemeinderatsarbeit die silberne Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg.
Das kommende Jahr 2010 wird voraussichtlich geprägt sein von der Erweiterung der Kleinkind- und Ganz-tagesbetreuung im Kindergarten „Die Brücke“. Weitere größere Investitionen sind allerdings in Anbetracht der unsicheren wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse derzeit nicht absehbar. Mit der auf den 02. Mai 2010 festgelegten Wahl für das Amt des Bürgermeisters kommt sicherlich eine spannende Zeit auf die Bürgerschaft von Sulzfeld zu.
Das Jahr 2009 war für Sulzfeld trotz aller Schwierigkeiten ein erfolgreiches Jahr. Gemeinderat und Gemeinde-verwaltung haben erneut erfolgreich daran gearbeitet, die Qualität unserer Lebensverhältnisse weiter zu ver-bessern. Dazu ist es wichtig, neben einer guten finanziellen Grundlage, Ideenreichtum und ehrenamtliches Engagement unserer Bürger in unsere Entscheidungen einzubinden. Wir müssen uns unserer eigenen Kraft und Stärke bewusst sein, um durch Erhaltung, Veränderung und Neugestaltung die Grundlage unseres gemein-schaftlichen Lebens weiter positiv zu formen.
Unsere Gemeinde wird vor allem durch eine aktive Bürgerschaft geprägt, die sich von einem menschlichen, friedvollen und verantwortungsbewussten Miteinander leiten lässt.
Ich danke allen, die in dem zu Ende gehenden Jahr Positives für unsere Gemeinschaft geleistet haben. Vor allen den Kirchen, den Vereinen, den Gemeinderäten und allen, die sich freiwillig und ehrenamtlich für unsere örtli-che Gesellschaft engagiert haben.
Das bevorstehende Weihnachtsfest sollte uns auch Anlass geben, die Qualität unserer Lebensgestaltung zu überprüfen. Der Gedanke eines friedvollen, gemeinschaftlichen Lebens sollte dabei nicht nur an den Weihnachtsfeiertagen, sondern über das ganze Jahr hinweg stärker in den Mittelpunkt unseres alltäglichen Lebens gerückt werden. Wir alle sollten mehr Zeit aufbringen für unsere Mitmenschen, für Jung und Alt. Gespräche und gut gepflegte Kontakte in den Familien und der Nachbarschaft, im Freundeskreis und in unserer ganzen örtlichen Gemeinschaft können eine gute Grundlage für ein von Menschlichkeit geprägtes Leben bilden.
Für das Jahr 2010 sollten wir uns daran erinnern, dass mit Optimismus, Zuversicht, Tatkraft und Mut viele unserer Probleme gelöst werden können. Ängstlichkeit und Pessimismus sind bei unserer Lebensgestaltung keine guten Wegbegleiter. Ich denke, dass wir mit einer optimistischen, positiven Erwartung ins neue Jahr 2010 gehen sollten. Wir werden uns alle nicht jeden Wunsch erfüllen können, ich bin aber überzeugt davon, dass wir gemeinsam unsere Gemeinde im neuen Jahr positiv weiterentwickeln werden.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2010
Ihr
Eberhard Roth
(Bürgermeister)