Bürgermeisteramt Sulzfeld
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In der vergangenen Woche fand im Rahmen der Visitation der Evangelischen Kirchengemeinde ein Gespräch zwischen den Vertretern der Visitationskommission, an der Spitze Dekanin Mannich, sowie den Mitgliedern des Evangelischen Kirchengemeinderats und des politischen Gemeinderates statt. Bürgermeister Roth stellte die verschiedenen sozialen Aufgabenfelder der Gemeinde, insbesondere diejenigen, in denen es die Kooperation und Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde gibt, vor. Er verwies auf den gesellschaftlichen Wandel und seine Auswirkungen auf die Familien, aus dem sich für die Gemeinde neue Aufgaben ergeben. Die Gemeinde arbeitet im Kindergartenbereich sehr eng mit der Evangelischen Kirchengemeinde zusammen. Gerade im Kindergartenalter wird schon mit zusätzlichen Fördermaßnahmen, z.B. bei der Sprache, begonnen. Seit Sommer 2007 werden auch zweijährige Kinder in die Kindergärten aufgenommen. Die Tagesbetreuung bietet nur der Evangelische Kindergarten an. In der Schule wird das Betreuungsangebot mit dem Projekt „Lernen und Freizeit“ fortgesetzt.

An dem Visitationsgespräch im Rathaus nahmen neben den Vertreter des Visitationskomitees auch Mitglieder des politischen Gemeinderats und des evangelischen Kirchengemeinderates teil. In der Mitte Bürgermeister Roth im Gespräch mit Dekanin Mannich, links daneben Pfarrer Fränkle
Einig waren sich die Vertreter der Kirche und der Kommune, dass die Erziehung der Kinder in erster Linie Sache der Familie ist. Man muss aber zunehmend feststellen, dass die Erziehung und Betreuung der Kinder in dem erforderlichen Maße häufig nicht mehr wahrgenommen wird.
Durch den gesellschaftlichen Wandel mit der Änderung der Familienstrukturen, u.a. durch die Notwendigkeit der Erwerbstätigkeit beider Eltern oder durch die steigende Zahl von Alleinerziehenden, treten zunehmend Defizite auf, die zum großen Teil von den Kommunen mit ihren Einrichtungen und Angeboten abgedeckt werden müssen.
Bürgermeister Roth informierte in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde im Haushaltsjahr 2009 rund 500.000 Euro für die Kinder- und Jugendbetreuung ausgibt.
Ein gutes Angebot kann mit Unterstützung von privaten Investoren im Seniorenbereich unterbreitet werden. Mit dem Seniorenwohnheim in der Kronenstraße und dem Pflegeheim in der Gartenstraße verfügt Sulzfeld über zwei hervorragend angenommene Einrichtungen.
Bürgermeister Roth wies auch auf die gute Arbeit des Diakonievereins und der Nachbarschaftshilfe hin. Es sei gut zu wissen, solche Einrichtungen in der Gemeinde zu haben. Im Hinblick auf die Gesundheitsreform mahnte er, dass die Menschen und die ihnen zuteil werdende Zuwendung dabei nicht zu kurz kommen dürfen. Es sollte nicht nur bei Wahlkämpfen die Parole ausgegeben werden „im Mittelpunkt steht der Mensch“, auch die Handlungsweisen und die gesetzlichen Regelungen sollten danach tatsächlich ausgerichtet werden.
Dekanin Mannich erläuterte, dass zu einer Visitation der Kirchengemeinde auch immer das Gespräch mit den Vertretern der politischen Gemeinde gehöre. Ziel dieser alle sieben, acht Jahre durchgeführten Visitationen seien Zielsetzungen für die Arbeit der Kirchengemeinden in der Zukunft zu formulieren. Sie selbst sei schon bei der dritten Visitation in Sulzfeld dabei. Die Diakonie habe in Sulzfeld schon eine lange Tradition. So könnten die Nachbarschaftshilfe und die Diakoniestation schon auf 30 bzw. 25 Jahre zurückblicken.
Sie unterstrich auch die gute Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kindergartenarbeit und dankte für den erst jüngst abgeschlossenen, der Kirchengemeinde entgegenkommenden Vertrag. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung werde sich auch die Kirche verstärkt auf dem Gebiet der Seniorenarbeit engagieren müssen. Bei der nächsten Bezirkssynode wird man sich dieses Themas annehmen. Für viele Menschen stelle sich die Frage, wie gestalte ich meinen letzten Lebensabschnitt?
Bei der anschließenden Diskussion und Aussprache wurde der sich immer stärker bemerkbar machende Werteverfall in der Gesellschaft bemängelt und dabei auch die Frage gestellt, ob hier Staat oder Gesellschaft versagt hätten.
Ohne eine endgültige Antwort auf diese Frage geben zu können, zeigten sich die Anwesenden zufrieden über die gute und offene Zusammenarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde auf den verschiedenen Aufgabenfeldern.