Bürgermeisteramt Sulzfeld
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Im Rahmen des Kommunalpolitischen Austausches zwischen den Gemeinderäten aus Avize und Sulzfeld wurde die Gemeinde Sulzfeld durch den Vorsitzenden des Kreisverbandes Karlsruhe der Europa-Union Deutschland durch den Vorsitzenden Dr. Konrad Schwaiger mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Damit würdigte die Europa-Union, bei der die Gemeinde schon 25 Jahre Mitglied ist, die langjährigen und vielfältigen Aktivitäten der Gemeinde auf dem Gebiet der Partnerschaft mit der französischen Stadt Avize und damit auch der Europäischen Union.

Dr. Konrad Schwaiger heftete Bürgermeister Roth stellvertretend für die Gemeinde Sulzfeld die Ehrennadel in Silber ans Revers und überreichte die Urkunde der Europa-Union.
In seiner Grundsatzrede erinnerte das Vorstandsmitglied der Europa-Union Siegfried Pötschke, dass die heutige Jugend die Zukunft Europas gestalten wird und es deshalb notwendig ist, dass schon in den Schulen Werte wie Toleranz und Anerkennung, partnerschaftliche Kooperation und Verständigung vermittelt werden. Er wies ferner darauf hin, dass das Jahr 2008 zum „Jahr des interkulturellen Dialogs“ erklärt worden sei. Für diesen interkulturellen Dialog benötigen die Menschen die Einsicht zum Eintreten für die Zivil- und Menschenrechte und zum gegenseitigen Respekt. Dabei dürfe man aber auch nicht aus dem Auge verlieren, sich auszutauschen und gemeinsame Werte zu festigen, für die man eintreten will. Sein Fazit lautete: „Dialog lohnt sich, braucht aber Engagement der Menschen und viel Zeit.“
Der Vorsitzende der Europa-Union Karlsruhe Stadt und Land, Dr. Konrad Schwaiger, unterstrich in seiner Rede, wie wichtig die deutsch-französische Zusammenarbeit für ein vereintes Europa sei. Man müsse versuchen, gemeinsame Lösungen zu finden, damit die positive Entwicklung auch bei Belastungen, wie die aktuelle Finanzkrise, fortgesetzt werden kann. Das ehemalige Mitglied des Europarates unterstrich: „Europa ist eine Erfolgsgeschichte.“ Man müsse den europäischen Einigungsprozess weiterführen. Er freute sich, dass die Partnerschaft zwischen Avize und Sulzfeld, die 1967 mit den Unterschriften von den ehemaligen Bürgermeistern Pierre Callot und Eugen Götter besiegelt worden war, immer noch so lebendig ist, wovon er sich bei seinem Besuch in Sulzfeld erzeugen konnte. Die Ehrennadel der Europa-Union sei nicht nur ein Zeichen der Dankbarkeit für 25jährige Mitgliedschaft, nein sie sei ein Zeichen der Anerkennung für gelebte Partnerschaft zwischen der Gemeinde Sulzfeld mit der französischen Partnerstadt Avize.
Bürgermeister Roth zeigte sich erfreut über diese Auszeichnung. Er rief die Zeit der Gründung der Partnerschaft nochmals in Erinnerung. Damals sei dies kein Selbstläufer gewesen, schließlich musste die Partnerschaft von Leuten vorangebracht werden, die sich noch wenige Jahrzehnte zuvor im Krieg gegenüberstanden. Bei den damaligen kommunalpolitisch Verantwortlichen war sehr viel Vernunft, Engagement aber auch Verantwortungsbewusstsein notwendig, um diesen Schritt zu gehen. Dazu bedurfte es Persönlichkeiten auf Avizer Seite, wie Bürgermeister Pierre Callot oder die Eheleute Christian und Odette Simon, die über viele Jahre die Partnerschaft geprägt haben. Dass die bisher drei einzigen Ehrenbürger der Gemeinde Sulzfeld, Helmut Klebsattel und Willi May sowie Pierre Callot zu den Gründern der Partnerschaft gehören und auf diesem Gebiet große Verdienste erworben haben, zeige die Wertschätzung der Partnerschaft. Ein weiterer wichtiger Förderer war Herbert Knauß, der viele Jahre das Amt des Partnerschaftsausschussvorsitzenden begleitet hat. Heute übernehmen diese Aufgabe mit großem Engagement die aktuellen Partnerschaftsausschussvorsitzenden Isabelle Lemaire und Ernst Reitermayer.
Bürgermeister Roth vertrat die Auffassung, dass in beiden Gemeinden hervorragende Voraussetzungen für die Weiterführung und die Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen, nicht zuletzt wegen ihrer breiten Grundlage mit den Vereinen, der Kirche, der Schule und der kommunalpolitischen Ebene gegeben sind.
Der Sulzfelder Bürgermeister machte deutlich, dass Verträge der Staatsmänner zur Bewahrung des internationalen Friedens wichtig, aber nur eine Seite sind. Die Menschen müssen diesen Frieden auch leben. Dazu gehört, dass man die Würde des Menschen, unabhängig von politischen oder Ländergrenzen respektiert. „Wenn wir diesen Respekt in unser Empfinden, unsere Gefühle aber auch in unser Denken übertragen, dann kann diese sehr positive und glückliche Entwicklung auch in den folgenden Generationen weitergeführt werden.“ Roth schloss seine Ausführungen: „Es lebe die Freundschaft zwischen Avize und Sulzfeld, vive l´amitié entre Avize et Sulzfeld!“