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Der Turnverein trägt sich schon einige Zeit mit dem Gedanken die notwendige Sanierung mit einer Erweiterung des Turnerheimes anzugehen. Dies war Ausgangspunkt für die nun auf Vermittlung von Gerold Kraus zu Stande gekommene Kooperation mit Architekturprofessor Gerhard Mayer, der ein Entwicklungskonzept vom Sulzfelder Sportzentrum als Diplomarbeit in seinem Studiengang ausgeschrieben hat. Am Montag, 06. Oktober 2008 fand nun ein erster Termin vor Ort in Sulzfeld statt, über den u.a. auch die KraichgauStimme berichtet hat. Dieser Bericht wird nachfolgend abgedruckt.
Zwischen Vision und Machbarkeit
Erfurter Architekturstudenten planen Sportpark – Wunschliste der Vereine ist lang
Sie haben bis Februar Zeit, sich die Köpfe zu zerbrechen: Sechs Studenten der Fachhochschule Erfurt entwerfen im Rahmen ihrer Diplomarbeit Ideen für das Sulzfelder Sportgelände. Bei einem Vorgespräch haben Vereinsvertreter jetzt eine lange Wunschliste präsentiert, die von einer Turnerheimsanierung über den Neubau einer Tennishalle bis zum Gymnastikraum reicht. Bürgermeister Eberhard Roth merkt vorsichtshalber an, dass sich nicht jeder Vorschlag wird realisieren lassen.
Turnerheim marode Gerold Kraus vom Turnverein hatte von einem ähnlichen Projekt gehört und die Kontakte zu den Studenten und zu Architektur-Professor Gerhard Meyer geknüpft. Das Turnerheim ist das größte Sorgenkind auf dem Areal an der Neuhöfer Straße, das auch Fußball- und Tennisplätze, das FVS-Klubheim und das Stadion umfasst (siehe Karte). Die im Turnerheim untergebrachten Sanitäranlagen für Tennisspieler seien „nicht mehr zeitgemäß“ und gehörten dringend erneuert, sagte TV-Chef Jürgen Widmann bei einem Vorgespräch mit den Erfurter Studenten im Rathaus.
Das Dach des Turnerheims ist marode. Zudem wünscht sich der Turnverein mit seinen 1200 Mitgliedern eine kleine Gymnastikhalle mit 200 bis 400 Quadratmetern. So könnte der Klub die Engpässe in der komplett ausgelasteten Ravensburghalle umgehen. Seit Jahren diskutiere man, wie sich bauliche Verbesserungen realisieren ließen, so Widmann. „Wir sind aber nie zu einem Schluss gekommen.“ Die angehenden Architekten der Erfurter Hochschule sollen hier Wege aufzeigen und sie in ein Gesamtkonzept für den Sulzfelder Sportpark einbetten, das auch den angrenzenden Festplatz umfasst. Ganz oben auf der Prioritätenliste des Fußballvereins: ein dritter Sportplatz, möglicherweise in Form eines Kleinspielfeldes. „Wir haben viele Jugendmannschaften, und die zwei Plätze sind ständig belegt“, klagte der FVS-Vorsitzende Bernd Hildebrand. Auch möchten die Fußballer gerne von den Planern wissen, ob das Dach des Klubhauses für eine Solarenergie-Anlage taugt. Damit nicht genug der Ideen: Der Radsportverein könnte sich eine Mountainbike-Route vorstellen, die Tennisabteilung einen Sozialraum, Lagerplatz und vielleicht sogar eine eigene Halle für den Winterbetrieb. Die Laufbahn der Leichtathleten im Stadion gehört saniert, einen Fitnessraum haben die Klubs auf dem Zettel. Auch Übernachtungsmöglichkeiten für Sportler, die bei Turnieren zu Gast sind, wurden angesprochen. Sie wünschen, wir planen: Die Studenten gehen ans Werk. Was dann realisiert wird und wann, das steht auf einem anderen Blatt, bremste Bürgermeister Eberhard Roth überzogene Erwartungen. „Nicht alles wird sich kurzfristig umsetzen lassen.“ Man müsse die Größe Sulzfelds und die demografische Entwicklung im Auge behalten, um keine Überkapazitäten zu schaffen.
Etappenweise Die Erfurter sollen die Pläne so ausarbeiten, dass sie sich in Etappen umsetzen lassen. Eines nach dem anderen – darauf legte der TV-Vorsitzende Widmann wert. „Wir können keine zwei bis drei Millionen Euro schultern.“ Mit Hochschul-Kooperationen hat Sulzfeld gute Erfahrungen gemacht. Die Gestaltung und Bebauung der Flächen um das Rathaus gehen zum Teil auf Vorschläge Stuttgarter Studenten zurück. Auch damals war nicht alles bezahlbar gewesen. Die Diskussion lieferte aber wichtige Hinweise.

Blick auf das Sulzfelder Sportzentrum